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Dido und Aeneas
von Henry Purcell
ML: Golo Berg, I: Kay Kuntze, B+K: Angela Röhl
Premiere: 29.6.1996, Musikfestival Mecklenburg-Vorpommern, Scheune Ulrichshusen
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Dido und Æneas in der Scheune
Die Inszenierung von Kay Kuntze entwirft eine phantasievolle Geschichte.
Lastende Trauer beherrscht Didos Hof. Æneas bricht in diese Stimmung ein
und verspricht durch sein bloßes Auftreten ein Ende der Betrübnis.
Sehr schön ist im Bühnenbild der Kontrast zwischen dem ehrwürdigen
Grün des Hofes und dem aggressiven Blau der Seefahrer von Æneas dargestellt.
Kuntze zeichnet die Männer mit Macho-Gestik: Æneas hebt sich davon kaum ab,
und so stellt sich die Frage, warum sich die Königin in den Trojaner verliebt.
Der Regisseur antwortet modern psychologisierend. Er vertraut dem alten Theater
nicht recht und modelt folgerichtig um: Dido lässt sich nur widerwillig auf
Æneas ein; die Zauberin entstammt dem Kreis der Hofdamen und will sich aus Unerfülltheit
an Dido rächen. Als Mitstreiter stehen ihr auf der zweiten Bühnen-Etage
zwei süße Hexenmädels zur Seite, die mit hervorragenden Show-Einlagen die Herzen des Publikums erobern.
Nach dem symbolischen Feuertod Didos in roter Seide will die Zauberin triumphierend
ihr Zerstörungswerk aus der Nähe begutachten, doch gerührt nimmt sie
Dido in dem Arm. Ein moralisierender Schluß mit dem sich das "Böse" noch
bekehrt, anders als beim archaischen Theatergeist Purcells.
DIE WELT, 1.7.1996
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Liebestod in schillerndem Giftig-Grün
Kay Kuntze (Regie) und Angela Röhl (Ausstattung) brachten die Kammeroper sehr,
sehr bunt auf die Bretter. Seefahrer Æneas und seine Matrosen als potente Mannen
mit blauen Haaren, Dido in schillerndem Grün, die böse Zauberin in giftig-
leuchtendem Violett. Kuntze nutzt die zahlreichen Instrumentalpassagen für reiche
choreographische Einfälle. (...) Viel Applaus.
HAMBURGER MORGENPOST, 1.7.1996
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Premiere: 15.09.1996, Landestheater Neustrelitz
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Erfolgreiche Premiere
Die Oper Dido und Æneas ist gestern erfolgreich über die Bühne gegangen.
Wer Barockmusik für verstaubt hält, dürfte eines Besseren belehrt
werden. Auch wenn die Oper vor über dreihundert Jahren entstanden ist, behandelt
sie ein modernes Thema - den Widerspruch aus gesellschaftlichen Pflichten und persönlichen
Neigungen. Kay Kuntze setzt in seiner Inszenierung neue, aber interessante Schwerpunkte.
Dabei kann er sich auf ein souverän agierendes Ensemble verlassen. Die Inszenierung des
Berliner Regisseurs erhielt lang anhaltenden Applaus.
NORDKURIER, 16.9.1996
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