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Gelächter im Dunkel
Oper von Tage Nielsen nach einem Roman von Vladimir Nabokov ML: Brynmor Jones, I: Kay Kuntze, B: Christoph Rasche, K: Gabriele Sailer Fotos |
Schwarzer Humor
(...) Die Berliner Kammeroper hat das Werk in einer eleganten und straffen Inszenierung
präsentiert. Es wurde moderne Oper auf hohem artistischen Niveau gezeigt. (...) Die
Ironie wird in der Berliner Aufführung mit einer künstlerischen Ökonomie
und einer Präzision verwaltet, die an den Hieb eines Scharfrichters erinnert. Schon
Christoph Rasches Bühnenbild ist ein Wunder mit seinen zwei Hintergründen, von
denen der vordere das Orchester verbirgt und während der Vorstellung niedergerissen
wird, damit man zuletzt Aussicht auf das schwarz-weiße Bild grinsender Karikaturen des
hinteren Prospektes hat. Vor diesen Hintergründen wird das Wohnzimmer des Kunstkritikers
gezeigt, wo alles drehbar ist und wo die Farbe von kühlem Gelb zu aufreizendem Rot
im selben Rhythmus wechselt, wie die Hauptperson sein Privatleben wechselt, um im letzten
Akt, in dem seine Tragödie vollzogen wird, im Krankenhausweiß zu enden. In diesem
Rahmen, wo sogar ein vergessenes Spielzeug auf der Bühne aufgesammelt wird und symbolische
Bedeutung bekommt, hat der Regisseur Kay Kuntze ein Spiel inszeniert, indem Liebe und Haß,
Berechnung und Naivität, ausgelassener Humor und Verzweiflung blitzschnell wechseln
und jede Nuance im Text und in der Musik lebendig gemacht wird.
BERLINGSKE TIDENDE, 3.5.1997
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Ein Geschenk von einem Theaterwerk(...) Und es ist souveränes Theater geworden: schräg, aufdringlich und spöttisch, durchgearbeitet bis ins kleinste Detail mit choreographischer Eleganz und mit Gespür für die sehr gut gespielte Partitur. Einzelne Ideen in dieser fließenden, feingeschliffenen und ungebrochen inspirierten Ganzheit hervorzuheben wäre sinnlos. Sehen sie's und genießen sie's! POLITIKEN, 4.5.1997 |
Erotische SpasmenDer Regisseur Kay Kuntze hat mit den Personen glänzend gearbeitet. Er versteht es Nabokovs zugleich eigenartige wie tief menschliche Personengalerie, die durch die Extreme gehen müssen, wiederzugeben. (...) Eine Beckettsche Verzweiflung kommt ins Spiel, die in ihrem extremen Ausdruck in eine Art Humor umschlägt. Es ist so zum verzweifeln, daß man lachen muß, so paradox das auch klingen mag. Als Zuschauer spürt man eine physische Unruhe. Man fühlt sich am Stuhl festgeschnallt und kann nur darauf warten, daß das Fürchterliche geschieht. Es ist unmöglich zu entkommen. In dieser Beobachtung liegt auch das Bewußtsein eingebettet, daß der Regisseur das Stück wie einen Spiegel vor uns aufstellt. Es trifft uns tief und dringt tief in uns ein, weil das Stück Kräfte der menschlichen Gemütszustände darstellt, die uns allen vertraut sind. Gehen Sie rein und sehen Sie diese Vorstellung! INFORMATION, 3.5.1997 |
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ML: Brynmor Jones, I: Kay Kuntze, B: Christoph Rasche, K: Gabriele Sailer
Premiere: 08.03.1997, Tiroler Landestheater Innsbruck |
Internationale Klasse
Das Ensemble der Berliner Kammeroper bietet packendes musikalisches Theater. (...) Evelin
Garbrecht und Andreas Jören bilden die symbolhaften, intensiv agierenden und alle
Register der Opernkunst ziehenden Exponenten des Schiebertums, das seinerzeit auch Teil
des beginnenden Nationalsozialismus war. Das Publikum war berührt.
SALZBURGER KURIER, 10.3.1997
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Ein klingender Krimi
(...) Eine Dramatik die durch die dichte und temporeiche Inszenierung von Kay Kuntze zu
einem klangvollen Krimi wird. (...) Es gelang überzeugend, die richtige Mischung von
Ironie und Humor zu finden. Genau diese Mischung war es denn auch, die den Zuschauer
in ein Wechselbad der Gefühle stürzte.
KRONE, 10.3.1997
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Gelächter im Dunkel
(...) Gelächter im Dunkel ist eine überaus gelungene und sehr professionelle
Koproduktion. (...) Diesem unaufdringlich eindringlichem Klangbild steht - als sinnfälliger
Kontrast - die dramatische Überzeichnung durch Bühnenbild und Inszenierung
gegenüber. Bühnenbild und Kostüme changieren von Gelb nach Rot, des Kunstkritikers
Leidenschaft bricht faßt sprichwörtlich Löcher in die bürgerliche
Fassade.
TIP, 10.3.1997
(Wertung: 3 von 3 möglichen Masken) |
Österreichische Erstaufführung von Tage Nielsens "Gelächter im Dunkel"
Die fünf Gesangssolisten und das kleine Orchester waren mit Feuereifer bei der Sache und
konnten durchweg überzeugen. Die spannende, vorwärtsdrängende Regie, das raffinerte
Bühnenbild und die treffenden Kostüme trugen das ihrige zu einem äußerst anregenden
Opernabend bei. Der bei der Premiere anwesende Komponist zeigte sich über die lebhafte
Publikumsresonanz sehr erfreut.
DER NEUE MERKER, Mai 1997
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ML: Niels Muus, I: Kay Kuntze, B: Christoph Rasche, K: Gabriele Sailer
Premiere: 14.12.1996, Berliner Kammeroper im Hebbel-Theater |
Gelächter im Dunkel
(...)Ein stummes Vorspiel (während des Einlasses) unterstreicht die gemeinte Dialektik
von Alltags-und Theaterwirklichkeit, signalisiert aber auch, daß Tage, Wochen, ja
Monate vergehen, bis die gewöhnliche Dreieckskatastrophe ihr tötliches Ende
findet. Schon der Komponist läßt das Reale immer wieder umkippen ins Irreale;
Kay Kuntze verlebendigt und verdichtet das in einer Art kritischem Sozialspiegel,
darin die scheinbare Normalität (des Ehe-und Berufslebens) sich als der alltägliche
Wahnsinn decouvriert. (...) Tillmann Birschel kann das Doppelgesicht seiner Figur, die die
Lust allmählich über die Pflicht siegen sieht, motivreich beglaubigen, aber auch den
anderen Figuren gibt Kuntzes sehr präzise und erfindungsreiche Darstellerführung ein
nachvollziehbares Profil.
SFB3: GALERIE DES THEATERS, 15.12.1996
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Berliner Verderb
(...) Und in der wirklich aufregenden Inszenierung durch die Berliner Kammeroper wurde
sein Schicksal nicht angenehmer. (...) Diesen ständigen Stimmungswandel haben Regisseur
Kay Kuntze, Bühnenbildner Christoph Rasche und Dramaturgin Annette Seimer in ihrer genau
festgefügten Inszenierung festgehalten, in der sich Handlung und Personen zwischen
rührender Menschlichkeit und greller Stilisierung bewegen. (...) Die Berliner Kammeroper
schuf eine höchst spannungsvolle psychologische Galerie und eine Aufführung, die sowohl
in der unmittelbaren sinnlichen Fülle als auch in der Bedeutungsschwere Tage Nielsens
raffinierter Partitur gleichkam.
BERLINGSKE TIDENDE, 18.12.1996
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