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Falstaff
Oper von Giuseppe Verdi
ML: GMD Michael Helmrath, I: Kay Kuntze, B+K: Martina Feldmann
Ein Koproduktion der Kammeroper Schloss Rheinsberg mit dem Brandenburger Theater
Premiere: 10.August 2007, 20 Uhr, Heckentheater Rheinsberg
witterungsbedingt fand die Premiere in einer Ausweichspielstätte statt
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Fernsehberichterstattung
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Verdis "Falstaff" auf Schloss Rheinsberg
Aber heute brauchen Publikum wie Zuschauer gute Nerven. Schmuckloser kann man sich das
gegenwärtige Schlechtwettertheater nicht vorstellen: eine riesige Bootshalle in grau-weißer Öde.
Das atmosphärische Event ist geplatzt, bleibt das Werk.
Doch dann zeigt sich wunderbarerweise, wie diese Inszenierung auch ohne frisches Grün
rundherum bestehen kann, zeigt sich wie Sprache, Musik und Bewegung auch auf einem einfachen,
roh gezimmerten Podest mit wenigen, wie Zitate wirkenden Requisiten aus sich heraus eine eigene Welt erschaffen.
Zwar kommt, wer nach Rheinsberg in die Oper will, nicht gerade um solcher Erkenntnis willen.
Aber dass diese hier so unmittelbar erfahrbar wird, beweist, was Rheinsberg neben Kulissenzeuber noch zu bieten hat
... Der Regisseur Kay Kuntze baut die Ensembleszenen in flüssigen
und natürlichen Bewegungsverläufen auf, nichts wirkt erzwungen oder aufgesetzt. Und rein sprachlich glänzt
die Aufführung, die Sänger aus acht Ländern zu einem ausgeglichenen Ensemble bringt, mit einer durchgehenden
Verständlichkeit, um die manches große Haus die Rheisnberger beneiden könnte.
FAZ, 14.8.07
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Spektakel mit Höschen
Nun also "Falstaff" in der Regenhalle: Ein Fest für die Sinne haben der Regisseur Kay Kuntze
und die Bühnen- und Kostümbildnerin Martina Feldmann inszeniert. Farbenfroh, spritzig und erotisch ist ihre Sprache,
mit der sie Verdis lyrische Komödie anpacken - vermutlich ganz im Sinne des "Grand Homme" der italienischen Oper ...
Das Publikum sah eine turbulente und dabei hervorragend getimte und dichte Inszenierung des
Verdi-Spätwerks "Falstaff", prächtige Kostüme, wunderbare Sänger und behände Brandenburger Symphoniker ... So schön kann Oper sein!
MÄRKISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG, 14.8.07
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Rheinsberg
Inszeniert hatte das Spektakel mit viel Witz Kay Kuntze. Seine Idee, das Heckentheater in
den Park von Windsor zu verwandeln, war nur an wenigen regenfreien Aufführungstagen zu realisieren. Dennoch hat
diese Tatsache den Charme der Inszenierung nicht gemindert ... Doch dieses Defizit wurde darstellerisch dank der
Personenführung des Regisseurs ausgeglichen ... Total romantisch gestaltete sich die Mitternachtsszene: Hier bestach
Kuntze wie in der gesamten Inszenierung mit seinen wunderbaren Regie-Einfällen, spürbar
geboren aus Verdis Musik. Das Pubikum feierte alle Mitwirkenden.
ORPHEUS, 11-12/2007
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Den Trottel sollte man mit einem Tritt erledigen
Kay Kuntze versteht es gut, die Figuren über die Bühne zu bewegen, das hat eine gesunde Dynamik und
blockiert die Musik nicht.
Es steckt ja viel Gestisches in Verdis Partitur, gegen das die Personenführung und das Spiel nicht ungestraft vorgehen können.
BERLINER ZEITUNG, 14.8.07
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Nicht alles ist Spaß auf Erden
Die vierköpfige Frauenriege sorgte für die heitersten Momente, ob als Intrigen spinnender
Hühnerhaufen oder beim synchron-zickigen Beine-übereinander-Schlagen während des Teekränzchens. Diese Figuren scheinen
beweisen zu wollen, was Ford und Falstaff vorher schon monologisiert hatten:
Wer auf Weiber baut, ist ein Schwachkopf und Ehre vermag rein gar nichts zu leisten.
BERLINER MORGENPOST, 12.8.07
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Pierrot mit Pappnase
Regisseur Kay Kuntze versteht sich darauf, die unterschiedlichen Charaktere im Geist der
Commedia zu vereinen. Er treibt die Gruppen der Einwohner von Windsor, die dem dicken Ritter John Falstaff das Leben
schwermachen, in der Halle herum, viel Turbulenz, Eigendynamik, keine Überinterpretation.
Für die Bühne hat Martina Feldmann ein paar gestutzte Bäumchen als Heckenersatz eingesetzt, dazu wenige Möbel,
aber prächtige Kostüme ...
Das alles geschieht ohne experimentellen Ehrgeiz der Inszenierung, aber in guter unterhaltsamer Praxis.
DER TAGESSPIEGEL, 12.8.07
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Geh, geh, alter Hans
Regisseur Kay Kunze treibt seine Darsteller wie immer zu exaktem und animiertem Spiel und schafft gemeinsam mit den
farbenprächtigen Kostümen von Martina Feldmann Ensemble-Bilder von berückender Schönheit ...
Heiteres Welttheater mit Ironie und Tiefe, Feinheit und Tragik: Hier findet es statt.
BRAWO, 26.8.07
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Alles ist Spaß auf Erden
Die Halle ließ bühnenbildnerisch nur ein Minimum zu (Ausstattung: Martina Feldmann).
Vor allem der herrlichen Schlussszene, die im Wald spielt, fehlte einfach das Sommernachtstraum-Fluidum.
Trotz des Aufgebots an Nymphen, Feen und anderer Waldgeister konnte sich ein schillerndes Waldweben nicht einstellen.
Dem Regisseur Kay Kuntze scheint hier die Fantasie ausgegangen zu sein, mit der er zuvor eine Geschichte
voller Heiterkeit erzählte, bei der in keinem Moment Klamauk aufkam.
POTSDAMER NEUSTE NACHRICHTEN, 16.8.07
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Frauenoper "Falstaff"
Aus Regie und Ausstattung wurde der Geist Shakespeares und des Elisabethanischen
Zeitalters ebenso erkennbar wie der Geist des großen Verdi ... Die Szene bewegte sich in weitreichenden
historischen Dimensionen, ohne zu historisieren. Dafür, die Gemengelage kultureller Schichtungen bis zu
sehr alten, letztlich matriarchalen Mustern in einprägsamen szenischen Umsetzungen transparent zu machen,
hat der Regisseur ein Gespür.
Es entsteht so eine weitere interkulturelle Dimension, nämlich in
der Zeitvertikalen gesehen. In diesem Sinne ist die Charakterisierung durch die Kostüme auch hier
wieder überaus sorgsam. Ich erinnere an das Clownskostüm mit schwarzer Chaplin-Melone Falstaffs -
vorzüglich! Oder an die nuancierten Kostüme der vier Bürgerdamen.
Ein weiterer Hinweis auf die regieliche Differenzierung:
Falstaff steht als adeliger Außenseiter gegen die Bürger. Die Bürger haben durchaus Grund
sich gegen Falstaff zu wehren. Doch unterscheiden sich Frauen und Männer in ihren Haltungen sehr. Während die
"lustigen Weiber" Falstaff mit Lachen und Humor bestrafen, prügeln ihn die Männer zusammen.
Szenisches Ausdrucksmittel dafür: Die Frauen berühren Falstaffs Körper - der im nunmehr
abgeänderten Kostüm an den keltischen Fruchtbarkeitsgott Cemunnos erinnert -
mit Blumen und Planfenzweigen. Die Männer in gewöhnlichem Zivil dreschen hingegen mit Knüppeln
und Stangen auf ihn ein, was an eine Folterszene grenzt.
Für mich gehört zu einem der Höhepunkte die Szene im Wald mit Nannetta. Im Duktus eines
schamanischen Heilungsrituals vorgetragen, wird der Exorzismus des Geistes der Gewalt möglich -
bildlich umgesetzt in Form der Gegenmetapher zur angedeuteten Kreuzigung, und Falstaff steigt herab.
Damit beginnt der erlösende Chor der Versöhnung bis zur Fuge
JÜDISCHE ZEITUNG, 9/2007
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Turbulenter Falstaff in der Regenhalle
Regengüsse hatten die open-air-Veranstaltung verhindert. Da machte sich auch schon mal
Unmut im Publikum bemerkbar. Aber davon war am Ende der Vorstellung nichts mehr zu spüren. Das Publikum hatte Spaß an der
Aufführung und applaudierte lautstark.
Für eine wirksame Umsetzung der Inszenierung von Kay Kuntze hatten die Mitwirkenden ... alle Register ihres Könnens gezogen ...
Das ganze Verwirrspiel spitzt sich in der Mitternachtsszene im Park von Windsor zu, Elfen erscheinen, ein Spuk dem anderen folgt,
bis alle Masken fallen und sich Erstaunen verbreitet. In dieser Massenszene bestach Kay Kuntze mit einer Fülle köstlicher Regieeinfälle.
RUPPINER ANZEIGER, 13.8.07
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