Albert Herring

Komische Oper von Benjamin Britten

ML: MD Oliver Weder, I: Kay Kuntze, B+K: Heinz-Dieter Ruhland
Premiere: 6.4.2002, Thüringer Landestheater Rudolstadt

Fotos


Jeanette Lewandowsky, Elke Hartmann Humoriges Operchen auf englische Art
Die Erwartungen wurden übertroffen, denn Kuntze ist nicht nur Komödiant, sondern er versteht es, zur Musik jenen schmalen Grad von Noblesse zu finden, der britischem Humor mit doppelten Boden eigen ist. Heinz-Dieter Ruhland hat ihm dazu eine Bühne ausgestattet, die variabel zum Salon, Festsaal, Laden, zur moralischen Personenregistratur und Moritatenwand wird. Über allem aber thront die gewichtige Königin Victoria, auf der Bühne vertreten durch Lady Billows, die als Tugendwächterin auf extra hohem Rollstuhl -allein diese Idee ist genial- die Fäden zieht. (...) Zwangsläufig wird das Publikum in einen Strudel köstlich überhöhter Aktionen und Alltäglichkeiten mitgerissen, wie sie hierzulande nicht unbekannt sein dürften vor gesellschaftlicher Heuchelei und Selbstbestimmung junger Leute. (...) Im Abnabelungsprozess Alberts aus den Vorstellungen der Älteren über alles, was Etikette heißt, kommt es zu turbulenten Szenen, wo dennoch die Gefahr der Klamotte trefflich umschifft wird. (...) So bleibt nur die Hoffnung, dass es sich in Rudolstadt herumsprechen mag, welch humoriges Operchen hier zu erleben ist, dank Kuntzes bis in den Zuschauerraum hinein spielenden Inszenierung. Die Premierengäste waren jedenfalls zu Recht begeistert.
OSTTHÜRINGER ZEITUNG, 8.4.2002



ML: Rainer Eichhorn, B+K: Heinz-Dieter Ruhland
Premiere: 23.6.2001, Thüringer Landestheater Eisenach
 
Ensemble "Albert Herring" überzeugend inszeniert
(...) Auch Kay Kuntze nutzte die Chance. Mit Witz und Sinn für Kontrast gestaltete er Genrebilder, Momentaufnahmen mit Feinzeichner, auf Präzision der Darstellung bedacht.
Kulissen von Heinz-Dieter Ruhland gaben ihm den gezirkelt einengenden Rahmen. Typen stellte er auf die Bühne, erkennbar in all ihrer charakterlichen Verkümmerung.
THÜRINGER LANDESZEITUNG, 25.6.2001
 
Jeanette Lewandowski Eindrucksvoll in Eisenach
Benjamin Brittens komische Oper "Albert Herring" (...), wurde optimal inszeniert von Kay Kuntze.
Die fünf Bühnenbilder wurden, den Ablauf straffend, zu einem einzigen variablen zusammengezogen, dominiert von je zwölf übereinander geschichteten Karteikästen, die geometrisch verschiebbar als Wände, Fenster, Türen und Sitzgelegenheiten fungieren.
Es verbietet sich geradezu, einzelne Leistungen hervorzuheben. Zu eng sind sie in die komödienhafte Szenerie mit Höhepunkten, zu denen die lyrische Maiennacht den mit viel Zeit ausgespielten Kontrast bildet, verflochten. Die profilierte Typik verdient alle Sympathie.
THÜRINGER ALLGEMEINE, 26.6.2001