Der Leuchtturm

Oper von Peter Maxwell Davies

ML: Ingo Ingensand, I: Kay Kuntze B+K: Kurt Pint,
Premiere: 24.01.1998, Landestheater Linz

Fotos

 
Oliver Ringelhahn, Wieland Satter, William Mason Operndunkel ins Licht der Wirklichkeit
Eine Geschichte von vereinsamten Männern, die sich auf engstem Raum gegenseitig auf die Nerven gehen, sich als Gespenster verdoppeln, nichts als Furcht und Depression zurücklassen in den Köpfen derer, die sich mit ihnen beschäftigen. Der Berliner Regisseur Kay Kuntze lässt vor dem Hintergrund eines umgelegten Leuchtturms die ergebnislose Gerichtsverhandlung so schablonenhaft und uniformiert beginnen, daß Schlimmes zu befürchten ist. Dann aber lösst sich die Handlung rasch in praller Dramatik auf und gewinnt eine Eigendynamik, die überzeugt. Wie überhaupt diese Produktion kaum Wünsche offen lässt.
DER STANDARD, 26.01.98
 
Oliver Ringelhahn, Wieland Satter, William Mason Stimmung, Intensität und Gefühl
Im Posthof suggeriert ein riesiger, liegender Leuchtturm als Szene und Spielstatt die Enge einer zwanghaften Situation. (...) Regisseur Kay Kuntze lässt die Zuspitzung der Situation der durch extreme menschliche Einsamkeit seelisch ausgehungerten Männer beklemmend ausspielen. Eine Erklärung des rätselhaften historischen Faktums , daß die Wärter beim Eintreffen des Schiffes (angeblich?) nicht aufzufinden waren, kann das Stück nicht anbieten und die Inszenierung hält sich daran. Umso wichtiger, daß die kafkaesk-bedrohliche Gerichtsszene mit den (unschuldigen?) Schiffsoffizieren so prägnant inszeniert wurde.
SALZBURGER NACHRICHTEN, 26.01.98
 
Oliver Ringelhahn, Wieland Satter, William Mason Drama im seelischen Kerker
Die starke Charakterisierung ihrer Rollen ist das Werk von Kay Kuntze, der Regie führte, viele Szenen sehr plastisch aufbereitete und die Dramatik der Musik voll ausschöpfte. Das Bühnenbild von Kurt Pint bildet ebenfalls einen Teil des zwingend dramaturgischen Ablaufs. Ein liegender Leuchtturm entsteht vor den Augen der Zuschauer und ist psychischer Tunnel und seelischer Kerker zugleich.
OBERÖSTEREICHISCHE NACHRICHTEN, 26.01.98
 
Oliver Ringelhahn, Wieland Satter, William Mason Der Leuchtturm als Symbol
Drei Männerrollen, die sowohl die in der Isolation in den Wahnsinn getriebenen Wärter wie auch die drei mordverdächtigen Offiziere darzustellen haben, sind permanent präsent und daher aufs Äußerste gefordert. Oliver Ringelhahn, Wieland Satter und William Mason (...) machten unter der Regie Kay Kuntzes den psychosomatischen Aspekt der Handlung deutlich. (...) Die Reprisen können sehr empfohlen werden.
NEUES VOLKSBLATT, 26.01.98