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Der Leuchtturm
Oper von Peter Maxwell Davies ML: Ingo Ingensand, I: Kay Kuntze B+K: Kurt Pint, Fotos |
Operndunkel ins Licht der Wirklichkeit
Eine Geschichte von vereinsamten Männern, die sich auf engstem Raum gegenseitig
auf die Nerven gehen, sich als Gespenster verdoppeln, nichts als Furcht und Depression
zurücklassen in den Köpfen derer, die sich mit ihnen beschäftigen. Der
Berliner Regisseur Kay Kuntze lässt vor dem Hintergrund eines umgelegten Leuchtturms
die ergebnislose Gerichtsverhandlung so schablonenhaft und uniformiert beginnen, daß
Schlimmes zu befürchten ist. Dann aber lösst sich die Handlung rasch in praller
Dramatik auf und gewinnt eine Eigendynamik, die überzeugt. Wie überhaupt diese
Produktion kaum Wünsche offen lässt.
DER STANDARD, 26.01.98
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Stimmung, Intensität und Gefühl
Im Posthof suggeriert ein riesiger, liegender Leuchtturm als Szene und Spielstatt die
Enge einer zwanghaften Situation. (...) Regisseur Kay Kuntze lässt die Zuspitzung
der Situation der durch extreme menschliche Einsamkeit seelisch ausgehungerten Männer
beklemmend ausspielen. Eine Erklärung des rätselhaften historischen Faktums
, daß die Wärter beim Eintreffen des Schiffes (angeblich?) nicht aufzufinden
waren, kann das Stück nicht anbieten und die Inszenierung hält sich daran.
Umso wichtiger, daß die kafkaesk-bedrohliche Gerichtsszene mit den (unschuldigen?)
Schiffsoffizieren so prägnant inszeniert wurde.
SALZBURGER NACHRICHTEN, 26.01.98
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Drama im seelischen Kerker
Die starke Charakterisierung ihrer Rollen ist das Werk von Kay Kuntze, der Regie führte,
viele Szenen sehr plastisch aufbereitete und die Dramatik der Musik voll ausschöpfte.
Das Bühnenbild von Kurt Pint bildet ebenfalls einen Teil des zwingend dramaturgischen
Ablaufs. Ein liegender Leuchtturm entsteht vor den Augen der Zuschauer und ist psychischer
Tunnel und seelischer Kerker zugleich.
OBERÖSTEREICHISCHE NACHRICHTEN, 26.01.98
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Der Leuchtturm als Symbol
Drei Männerrollen, die sowohl die in der Isolation in den Wahnsinn getriebenen Wärter
wie auch die drei mordverdächtigen Offiziere darzustellen haben, sind permanent
präsent und daher aufs Äußerste gefordert. Oliver Ringelhahn, Wieland Satter
und William Mason (...) machten unter der Regie Kay Kuntzes den psychosomatischen Aspekt
der Handlung deutlich. (...) Die Reprisen können sehr empfohlen werden.
NEUES VOLKSBLATT, 26.01.98
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