Welch schöne Nacht

Eine Opern-Collage von Siegfried Matthus mit Szenen aus Werken von
Mendelssohn Bartholdy, Dvorak, Weber, Humperdinck und Nicolai.

ML: Prof. Hans-Dieter Baum, I: Kay Kuntze, B: Sandra Linde, K: José-Manuel Vazquez
Premiere: 8.August 2003, Kammeroper Schloss Rheinsberg, Heckentheater

Fotos
 
Wo Oberon den Freischütz trifft
Welch schöne Nacht, welch herrlicher Abend, welch traumhafte Premiere! Mit der letzten Einstudierung der diesjährigen Festivalsaison (…) machte der Gründer und Leiter, Komponist Siegfried Matthus, dem Publikum und sich selbst ein richtiges Geschenk. Als nach zweieinhalb opernseligen Stunden im lauschigen Heckentheater der Beifall aufbrauste, reizend komisch vom Shakespearschen Waldkobold Puck dirigiert, hatte eine der stärksten und stimmigsten Produktionen, die Rheinsberg je herausbrachte, ihre Bewährungsprobe bestanden. Spielleiter, Faxenmacher und fröhlicher Frechdachs ist in der Regie von Kay Kuntze der Puck des jungen Brasilianers Mauricio Virgens, ein lila funkelnder, Purzelbaum schlagender Temperamentsbolzen. Mit all den jungen Mitwirkenden (…) teilt sich das Charmebündel Beifall, Zuneigung und Bravos. In einer präzise ablaufenden Szenenfolge, die viele optische Finessen bietet: Dekorationen, Verwandlungen und Aufzüge, die von freigesetzter Phantasie zeugen. Reizvolle, extra beklatschte Höhepunkte sind die beseelte Agathe-Arie "Wie nahte mir der Schlummer", der Auftritt des Sandmännchens, die Einfahrt der Kutsche zum Hochzeitsmarsch und die dämonisch-artistisch arrangierte Szene in der Wolfsschlucht zum Kugelguss für den Freischützen.
BERLINER MORGENPOST, 10.8.2003
 
Spukwelt voller Fantasie und Romantik
Die Elfen und Geister müssen verrückt geworden sein! Wir reiben uns die Augen im Rheinsberger Heckentheater, wo am Sonnabend die Dämmerung herankriecht, tückisch den Menschenverstand raubend: Fiktion wird real - Wirklichkeit versinkt in einer Traumwelt. (...) Haben wir eigentlich nicht mehr den Mut, uns auf eine Welt voll Fantasie einzulassen? (...) Hilfe man raubt uns den Verstand, wir werden in die Waldgeistwelt gezogen wie Orpheus in die Unterwelt. Titania und Oberon thronen auf ihren grasigen Hochsitzen und sind süchtig nach Musik. (...) Seelenlos schön erfüllt sie den romantischen Undine-Mythos, schwebend zwischen sanften Wellen vor der Mondkulisse in der Hecke. Und dann - wie beneiden wir die Hexe aus Humperdincks "Hänsel und Gretel", denn sie darf auf einem Mords-Besen durch die Szene fahren und böse sein. (...) Frau Fluth, Frau Reich und Falstaff legen sich hinterm Vorhang (...) aufs Komödiantischste gegenseitig herein. Und so wie es in Webers Wolfsschlucht brodelt, zündelt, gestenstert - huuuh, setzt der Gänsehauteffekt ein.
Was, die Zauberwelt ist nicht echt, stöhnen wir am Ende ungläubig? Regisseur Kay Kuntze hat das alles nur meisterhaft "veranstaltet"? (...) Erst der Riesen-Applaus und der echte Mond, der den falschen auf der Bühne belächelt, holen uns zurück auf die Erde. Dieses gespenstische Wimmelstück eines Opernjahrhunderts ist ein Gesamtkunstwerk geworden und wir denken beim Nachhause-Stolpern über den Satz nach: "Oper ist das Richtige im falschen Leben." NORDKURIER, 11.8.2003
 
Fühler und Flügelchen
Denn die einzelnen Szenen beeindrucken durchaus (…) Besonders anrührend vor der Baumkulisse, die das Theater umgibt, sind Hänsel und Gretel, die den Weg nach Hause nicht mehr finden (…) 13 Sänger und Sängerinnen (…) interpretieren große Rollen aus romantischen Opern in einer hervorragenden Ensembleleistung, musikalisch wie szenisch. Regisseur Kay Kuntze lässt die Darsteller präzise und flink als Fabelwesen agieren, in phantastischen Kostümen mit Flügelchen und Fühlern. Kuntze schöpft aus einfachen Mitteln poetische Bilder: So steigt ein großer, weißer Ballon als Mond in den Sternenhimmel über Rheinsberg (und bekommt dafür Szenenapplaus), oder mit einem großen Tuch werden Wellen für Dvoraks Nixe Rusalka geschlagen.
DER TAGESSPIEGEL, 10.8.2003
 
Sommernachtsträume im Heckentheater
Die Abenddämmerung tauchte das Heckentheater des Schlosses Rheinsberg in traumhaftes Licht. In dieser Stimmung traf das Publikum am Premierentag der Operncollage "Welch schöne Nacht" auf Puck, der begleitet von Elfen und Waldgeistern nicht nur die romantische Opernliteratur durcheinander wirbelte, sondern zugleich mit Titania und Oberon und allen Mitspielern das Publikum träumen ließ. (...)
Die Gäste dankten allen Schöpfern und Mitwirkenden mit Ovationen für die Entführung in die Welt der Romantik, der Musik, der Träume und Phantasie. (...) Für die stimmungsvolle Sommernachtstraum-Inszenierung ist Kay Kuntze und allen Mitwirkenden und Mitarbeitern (...) zu danken. Die köstlichen Opernstunden mit den Kompositionen von Siegfried Matthus sind der Höhepunkt des diesjährigen Rheinberger Kammeropern-Festivals. MÄRKISCHE ODERZEITUNG, 12.8.2003
 
Romantische Operncollage begeistert Rheinsberger Premierenpublikum
(...) "Welch schöne Nacht" ist ein ehrgeiziges und zugleich prächtig unterhaltendes Gesamtkunstwerk, was Bühnen- und Tontechnik ausfrücklich mit einschließt. Vor der zauberhaften Kulisse des Heckentheaters ein Muss für romantische Opernfreunde.
RUPPINER TAGEBLATT, 11.8.2003
 
Rheinsberg
(...) Versöhnlich stimmte dann die letzte Premiere, auch etwas Ausgefallenes. Unter dem Motto "Welch schöne Nacht" bescherte Siegfried Matthus einen zauberhaften musikalischen Sommernachtstraum (...) In Hans-Dieter Baum (musikalischer Leiter), Kay Kuntze (Inszenierung), Sandra Linde (Bühne) und José-Manuel Vazquez (Kostüme) hatte er phantasiereiche Partner. Gemeinsam ist es dem Team gelungen, dem umfangreichen internationalen jungen Solistenensemble mit mehr oder weniger Bühnenerfahrung die Macht der Verzauberung durch Musik so zu vermitteln und sie an den Zuschauer weiterzugeben.
ORPHEUS, FESTIVAL 2003
 
Im wahrsten Sinne des Wortes: "Welch schöne Nacht"
(...) Regisseur Kay Kuntze hat das wunderbare Heckentheater voll genutzt. Nur ein sparsames Bühnenbild war vonnöten, denn das Geschehen spielt im Wald, und das Theater im Park kann mit seiner ganz natürlichen Dekoration nur so auftrumpfen. (...) Kuntze lässt den dienstbaren Geist Oberons, Puck, als Regisseur auftreten. Dabei werden die einzelnen Szenen nicht überspannt für irgendwelche Psycho-Analysen, sondern als heiteres Spiel im Spiel gegeben, in dem die Sänger romantische Gefühle auskosten dürfen, ganz ohne Schmalz. Eine feine Ironie ist die ständige Begleiterin des Abends. (...)
Der Beifall war sehr groß. POTSDAMER NEUE NACHRICHTEN, 14.8.2003