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Der letzte Virtuose
Kammeroper von Lars Klit (Musik) und Sanne Bjerg (Libretto) ML: Brynmor Jones, I: Kay Kuntze, B+K: Andrea Eisensee Gastspiel im Theatre La Vilette, Paris im Rahmen des Festivals "alternative lyrique" Fotos |
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Der letzte Virtuose
Die Mezzosopranistin Elisabeth Umierski als eindrucksvolle Buchhalterin, Jürgen
Schulz als Geigenbauer und Matthew Beale, der als Tier gehaltene Sohn, sind ein Trio
Infernale, das die hermetische Welt des Geigenbaus als Schöpfungsakt eines Instruments
und als Auslöschungszeremonie zweier Menschenleben vorführen in der klugen,
sinnigen Inszenierung Kay Kuntzes. In schräg gekipptem, schreiend rotem Raum, (...)
hat der Regisseur ein alptraumartiges, ritualisiertes Endspiel arrangiert, in dem die
Buchhalterin wie eine Gouvernante aus dem neunzehnten Jahrhundert und der Virtuose wie
ein Opera-Seria Darsteller aus der Zopfzeit des achtzehnten Jahrhunderts auftreten. (...)
Eine außerordentlich überzeugende Inszenierung Kay Kuntzes.
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Der letzte Virtuose
Die interessante deutsche Erstaufführung von Lars Klits "Der letzte Virtuose" gab
es zu Beginn der Saison in der BKO. In der Inszenierung von Kay Kuntze erlebte man das
Stück (...) in einer packenden Wiedergabe. Die unheimliche Geschichte von einem
Geigenbauer, der zum Bau seiner Instrumente die Seelen unberührter Mädchen
benötigt, steigert sich ins Surreale und Metaphorische. (...) Das ist mit vielen
signifikanten Einfällen trefflich in Szene gesetzt. (...) Zudem ist das gesamte
Ensemble darstellerisch auf hohem Niveau was den insgesamt eindrucksvollen Abend abrundete.
ORPHEUS, Januar 00
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Eine Mädchenseele für die Meistergeige
Seinen Reiz erhält "Der letzte Virtuose" nicht durch die Handlung, sondern durch
seinen Subtext, vom kunstvollen Spiel mit literarischen wie musikalischen Anspielungen
und Metaphern, die Kay Kuntze in seiner Regiearbeit geschickt szenisch zu unterstreichen
versteht. (...) Eine sehr gelungene deutsche Erstaufführung.
DER TAGESSPIEGEL, 6.9.99
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Schwebezustände
Regisseur Kay Kuntze versucht erst gar nicht, uns diese seltsame Situation, überhaupt
das ganze Stück zu erklären. Er skizziert das Rätselhafte, er belässt,
darin der musikalischen Logik folgend, die Szene im Schwebezustand. Scharf umrissen sind
nur die Charaktere der Personen, ihre Entwicklung im Stück. Das schafft atmosphärische
Dichte und nervös vibrierende Spannung. Man spürt, so könnte ein
Alptraum aussehen. Gruselig.
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 9.9.99
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Geschichte der Violine
Eine glückliche Hand bewies die Berliner Kammeroper. (...)
Regisseur Kay Kuntze läßt kein Angebot der Ausstatterin Andrea Eisensee ungenutzt.
So z.B. wenn der leichte, rote Vorhang, der am Beginn des Stücks die Bühne verschließt
, zur Einhüllung des Mädchens am Schluß genutzt wird und dabei Metamorphose symbolisiert, Die Inszenierung findet viele sinnfällige Bilder und Zeichen, die Geschichte poesievoll
zu erzählen. Die Stilisierungsebene wirkt jedoch nicht willkürlich. Sie ergibt
sich aus dem Beziehungen, Charakteren und Typen. (...) Die Inszenierung ist ein
musiktheatralisches Kunstwerk von großer Geschlossenheit, in dem sich
Auststattung, Regie, Licht, und musikalische Leitung gegenseitig steigern.
NEUES DEUTSCHLAND, 8.9.99
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Geigen, die nach Blut dürsten
Märchenstunde auf blutroter Bühne. Poesie und Brutalität vereint in einer
fantastischen Kammeroper über die Macht der Musik. "Der letzte Virtuose" betört,
bedrängt, beschäftigt das Publikum im Ballhaus Rixdorf. Der Berliner Kammeroper gelingt bei der deutschen Erstaufführung die subtile
Gratwanderung zwischen verklärtem Traum und wachem Entsetzten, Nostalgie und
Gegenwartsbezug. (...) Der Regisseur Kay Kuntze und die Ausstatterin Andrea Eisensee
haben bezwingende Bilder für die Realitätsflucht in eine scheinbar bessere,
in Wahrheit genauso grausame Welt gefunden.
BERLINER MORGENPOST, 6.9.99
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